Vom 12. bis 15. August 2026 wird Dinkelsbühl erneut zum Treffpunkt für Metalheads aus allen möglichen Himmelsrichtungen. Das Summer Breeze Open Air fährt auch 2026 ein Line up auf, bei dem der persönliche Zeitplan vermutlich schon am ersten Tag in sich zusammenfällt. Zu viele Bands, zu viele Überschneidungen und grundsätzlich immer die falsche Bühne am anderen Ende des Geländes. Festivalalltag eben. Vier Tage zwischen großen Namen und tiefstem Underground
Am Mittwoch übernehmen unter anderem In Flames, Airbourne, Hatebreed und Alcest die großen Bühnen. Dazu kommen Paradise Lost, Eivør, Miracle Of Sound, Green Lung, Neckbreakker, Urne und Castle Rat. Damit beginnt das Festival musikalisch recht breit. Von melodischem Death Metal über Hardcore und Hard Rock bis zu düsteren, atmosphärischen Klängen ist bereits am ersten Tag genug dabei, um die Nackenmuskulatur frühzeitig auf Betriebstemperatur zu bringen.
Der Donnerstag bringt Eisbrecher, Saxon, Amorphis, Imminence, Kim Dracula, Fit For An Autopsy, Northlane und dArtagnan nach Dinkelsbühl. Wer es etwas ungemütlicher braucht, bekommt mit Blackbraid, Cryptopsy, Groza, Fulci, Deserted Fear, Mushroomhead und Saor genügend Material für einen gepflegten musikalischen Kontrollverlust. NYTT LAND haben ihren geplanten Auftritt am 2. Juli offiziell abgesagt und gehören damit nicht mehr zum aktuellen Programm.
Am Freitag stehen Arch Enemy, Lamb Of God, The Ghost Inside, Versengold und Skindred im Mittelpunkt. Dazu gesellen sich Deicide, Terror, Deafheaven, Der Weg Einer Freiheit, Wolves In The Throne Room, Misery Index, Speed, Illdisposed und Blood Command. Der Tag dürfte entsprechend wenig Rücksicht auf Menschen nehmen, die ihre Bands gern im Sitzen genießen.
Das Finale am Samstag übernehmen unter anderem Helloween, Alestorm, Thy Art Is Murder, Testament, Orbit Culture, Soulfly, Paleface Swiss und Kadavar. Mit Decapitated, Municipal Waste, Sanguisugabogg, Bloodred Hourglass, 200 Stab Wounds, Møl und Soen ist auch abseits der größten Namen reichlich Stoff vorhanden. Heavysaurus sorgen mittags dafür, dass der Nachwuchs ebenfalls seinen Platz im Programm bekommt, bevor der Tag später deutlich weniger familienfreundlich weitergeht.
Das Line up deckt klassischen Heavy Metal, Death Metal, Black Metal, Thrash, Hardcore, Metalcore, Hard Rock, Doom, Folk und progressive Klänge ab. Wer hier behauptet, nichts Passendes gefunden zu haben, hat entweder nicht richtig hingesehen oder wollte eigentlich zu einem Schlagerfrühschoppen.
Tickets und Tageskarten
Die regulären Festivaltickets sind ausverkauft. Tageskarten für Mittwoch, Donnerstag, Freitag und Samstag sind weiterhin erhältlich, solange das jeweilige Kontingent nicht ausgeschöpft ist. Mit einem Tagesticket ist Camping nicht möglich. Auch das Parken ist darin nicht enthalten. Vor Ort soll es pro Festivaltag zusätzlich eine begrenzte Anzahl an Tageskarten geben, sofern der betreffende Tag nicht vorher ausverkauft ist.
Wer noch ein Ticket sucht, sollte ausschließlich die offiziellen Verkaufswege nutzen. Bei Angeboten aus dubiosen Kommentarspalten hilft auch kein noch so überzeugendes Profilbild mit Kutte und Bierdose, wenn der Barcode am Eingang bereits benutzt wurde.
Anreise und Parken
Alle Gäste, die mit einem Fahrzeug anreisen und parken möchten, benötigen einen vorher gebuchten Anreiseslot. Die Gebühr wird pro Fahrzeug berechnet, unabhängig davon, wie viele Personen darin sitzen.
Für die Anreise am Montag werden 59,99 Euro fällig. Am Dienstag kostet der Slot 49,99 Euro, ab Mittwoch 24,99 Euro. Ein Parkplatz für den gesamten Festivalzeitraum kostet mit Festivalticket ebenfalls 24,99 Euro. Für Anhänger oder Wohnwagen werden 19,99 Euro berechnet, ebenso für Motorräder. Tagesgäste zahlen 9,99 Euro für den Parkplatz. Ohne reservierten Slot ist die Zufahrt mit dem Fahrzeug nicht möglich. Wer mit öffentlichen Verkehrsmitteln, Fahrrad oder Shuttle anreist oder sich lediglich am Kiss and Bye Bereich absetzen lässt, zahlt keine Fahrzeuggebühr.
Die Campingflächen können erst ab Dienstag befahren werden. Eine Anreise am Montag bedeutet daher noch keinen direkten Zugriff auf den endgültigen Campingplatz. Wer also besonders früh auftaucht, sitzt nicht automatisch schon zwei Tage vor allen anderen entspannt vor seinem fertig aufgebauten Camp.
Camping ohne überraschende Glasorgie
Camping ist im regulären Festivalticket enthalten. Ohne gebuchte Zusatzoption landet man im regulären Campingbereich. Das Auto darf grundsätzlich direkt neben dem Zelt stehen. Ausnahmen gelten für das Carless Camping und das Comfort Camping. Zusätzliche Bereiche wie Caravan Camping, Comfort Camping, reservierte Flächen und barrierefreies Camping können je nach Verfügbarkeit separat gebucht werden.
Lebensmittel und Getränke für den Eigenbedarf dürfen ohne Mengenbegrenzung auf den Campingplatz mitgebracht werden. Auf dem gesamten Campingplatz und im Konzertbereich gilt allerdings ein striktes Glasverbot. Lebensmittel sollten daher ebenfalls in geeignete Behälter umgefüllt werden. Auf das Konzertgelände darf pro Person eine durchsichtige PET Flasche mit höchstens 0,5 Litern oder ein offizieller Summer Breeze Becher mitgenommen werden.
Gasflaschen sind bis zu einem Gewicht von elf Kilogramm erlaubt. Pro Fahrzeug darf grundsätzlich eine Flasche mitgeführt werden. Bei fest verbauten Anlagen in Wohnmobilen oder Wohnwagen sind maximal zwei Flaschen zulässig. Zusätzlich dürfen höchstens 20 Liter Kraftstoff in einem geeigneten Kanister transportiert werden. Aggregate müssen im regulären Campingbereich ab 1 Uhr nachts abgeschaltet werden. Im Green Camping sind sie vollständig verboten.
Wer es nachts etwas ruhiger möchte, kann sich für die Green Area oder Blue Area entscheiden. Dort gilt zwischen 1 und 7 Uhr Nachtruhe. Lärmquellen wie Aggregate sind verboten. Mülltrennung und ein sauber hinterlassener Platz gehören dort ebenfalls zum Konzept. Auch Metalheads dürfen gelegentlich beweisen, dass Müllsäcke keine unbekannte Technologie sind.
Bezahlt wird mit dem Festivalbändchen
Das Summer Breeze setzt 2026 vollständig auf bargeldloses Bezahlen. Im Festivalbändchen befindet sich ein Chip, mit dem Essen, Getränke, Merchandise und die kostenpflichtigen Sanitäranlagen bezahlt werden. Das Guthaben kann vorab online oder direkt vor Ort mit Bargeld oder Karte aufgeladen werden. Nicht verbrauchtes Guthaben lässt sich nach dem Festival online zurückfordern.
Eine Dusche kostet 4,50 Euro, die Nutzung einer Spültoilette 1,30 Euro. Die Gesamtkosten dieser Sanitärbesuche sind auf 17,50 Euro für das komplette Festival begrenzt. Sobald dieser Betrag erreicht wurde, werden weitere Besuche nicht mehr berechnet. Kostenlose Mobiltoiletten stehen auf dem Campingplatz ebenfalls zur Verfügung.
Running Order und Festival App
Die Running Order ist bereits veröffentlicht. Da es bis zum Festival trotzdem zu Änderungen, Verschiebungen oder weiteren Absagen kommen kann, gehört die offizielle Summer Breeze App auf das Handy. Dort sind die aktuellen Spielzeiten und wichtige Festivalinformationen abrufbar. Das ist zuverlässiger als ein ausgedruckter Zeitplan, der nach zwei Tagen zwischen Bierbank, Zeltboden und Regen endgültig den Dienst quittiert.
Das Summer Breeze 2026 liefert vier Tage lang große Namen, starke Underground Bands und genug stilistische Abwechslung, um selbst den sorgfältigsten Festivalplan zu zerlegen. Zwischen In Flames, Helloween, Lamb Of God, Arch Enemy, Saxon, Eisbrecher, Deicide, Cryptopsy, Soulfly und Wolves In The Throne Room dürfte Langeweile jedenfalls das geringste Problem werden.
Die schwierigste Entscheidung lautet auch 2026 nicht, welche Band man sehen möchte. Die eigentliche Frage ist, auf welche gute Band man schweren Herzens verzichten muss, weil gleichzeitig irgendwo anders ebenfalls die Hölle los ist.