Vom 06. bis 08. August 2026 wird der Flugplatz Obermehler bei Schlotheim wieder zum Pflichttermin für alle, denen „ein bisschen Metal“ ungefähr so viel sagt wie lauwarmes Dosenbier im Hochsommer. Das Party.San Metal Open Air geht 2026 in seine 30. Ausgabe und bleibt dabei genau das, wofür es seit Jahren steht: kompromissloser Extreme Metal, ehrliches Festivalfeeling und ein Billing, das nicht versucht, es jedem recht zu machen.
Das Motto passt entsprechend kurz und schmerzlos: Hell Is Here. Und wenn man sich das offizielle Billing anschaut, ist das keine leere Kampfansage, sondern eher eine ziemlich deutliche Warnung an Nacken, Leber und Schuhwerk.
Drei Tage, zwei Bühnen, kein Kuschelprogramm
Das Party.San 2026 läuft von Donnerstag bis Samstag. Bespielt werden laut Veranstalter Hauptbühne und Zeltbühne, beide ab Donnerstag bis einschließlich Samstag. Auf der Zeltbühne gibt es außerdem täglich die Aftershowparty mit DJs befreundeter Radiosender. Wer also nach dem letzten Riff noch nicht begriffen hat, dass Schlaf auf Festivals ohnehin stark überschätzt wird, bekommt dort die passende Nachhilfe.
Der Zeltplatz öffnet bereits am Mittwoch, dem 05. August 2026, um 10:00 Uhr. Das Partyzelt startet am selben Abend ab 20:00 Uhr mit der Begrüßungsparty sowie ausgewählten Essens- und Getränkeständen. Versorgung mit Speisen und Getränken soll von Mittwochabend bis Sonntagmorgen 11:00 Uhr möglich sein. Kurz gesagt: Wer früh anreist, steht nicht sinnlos in der Gegend herum, sondern kann den Festivalmodus schon am Mittwochabend offiziell hochfahren.
Line-up: Von Thrash bis Funeral Doom, von Black Metal bis Slam
Das Party.San war nie ein Festival für Leute, die nach jedem Song fragen, ob es auch eine Akustikversion gibt. 2026 wird wieder tief in die dunkleren, härteren und dreckigeren Schubladen gegriffen: Thrash Metal, Death Metal, Black Metal, Doom, Grindcore, Slam, Crust und alles dazwischen.
Auf der Mainstage stehen laut offizieller Tagesaufteilung am Donnerstag Testament ganz oben. Dazu kommen unter anderem 200 Stab Wounds, Desaster, IOTUNN, Misery Index, Moonspell, Sadistic Intent, Sarcator, SCHIRENC plays PUNGENT STENCH und Sventevith. Das ist schon am ersten Tag kein vorsichtiges Warmwerden, sondern eher ein freundlicher Tritt in die Rippen mit Anlauf.
Der Freitag wird auf der Hauptbühne von Amorphis angeführt. Ebenfalls auf dem Plan stehen A Canorous Quintet, Alcest, Dark Funeral, Deceased, Guttural Slug, Jungle Rot, Panzerfaust, Sacred Reich, Sorcerer, Wolves In The Throne Room und Wormed. Gerade diese Mischung zeigt sehr gut, warum Party.San funktioniert: Hier treffen melodische Schwere, Black-Metal-Kälte, Death-Metal-Dreck und technischere Extremitäten nicht als Zufallsprodukt aufeinander, sondern als ziemlich klare Ansage.
Am Samstag übernimmt Hypocrisy die oberste Position auf der Mainstage. Dazu kommen Firespawn, Gates Of Ishtar, Groza, GUT, Hexvessel, In The Woods..., Internal Bleeding, Marduk, Murder Squad und Wolfbrigade. Wer danach noch geradeaus laufen kann, hat entweder sehr viel trainiert oder war verdächtig oft am Wasserstand.
Auch die Tentstage ist nicht einfach nur „Nebenbühne“, sondern bekommt ein ordentliches Brett spendiert. Am Donnerstag stehen dort Begging For Incest, Evoken, Messticator, Morbus Dei, Rats Of Gomorrah, Sear Bliss und Todomal. Am Freitag folgen Asagraum, Crawl, Death Worship, Endonomos, Fleshcrawl, Lucifer’s Child und Nail By Nail. Am Samstag wird mit Baxaxaxa, Bloody Vengeance, Celeste, For Victory, Gorefunest, Impurity, Sunken, Temple Of Dread und Tulus weiter nachgelegt.
Wichtig: Die offizielle Tagesaufteilung ist alphabetisch aufgebaut; bei der Mainstage steht der jeweilige Headliner oben. Die finale Running Order mit exakten Spielzeiten ist damit noch einmal ein eigenes Thema.
Im offiziellen Billing wird außerdem Devourment geführt. Mammoth Grinder ist auf der offiziellen Bandseite als abgesagt markiert.
Tickets und Preise
Der offizielle Vorverkauf läuft über Cudgel. Das 3-Tage-Ticket „Dead Bird“ für das Party.San Open Air 2026 kostet offiziell 176,49 Euro. Zusätzlich werden für 2026 auch Tagestickets angeboten. Die Tagestickets für Donnerstag, Freitag und Samstag liegen jeweils bei 89,99 Euro.
Für Wohnmobile gab beziehungsweise gibt es ein limitiertes WohnMobil-Ticket zum Preis von 85,60 Euro. Dieses Ticket ist laut offizieller Beschreibung auf 50 Stück limitiert und befreit vom Kauf einer Parkvignette an der Abendkasse. Im Shop wird es aktuell als nicht vorrätig geführt, hier sollte man also genau auf die offiziellen Angaben achten und nicht auf irgendwelche Fantasieanzeigen in den Tiefen des Internets vertrauen.
Zusätzlich nennt der Veranstalter Gebühren für Parken und Müllentsorgung: 15,00 Euro für PKW und 30,00 Euro für Caravans, Reisebusse oder Fahrzeuge mit Anhänger. Dafür sollte laut FAQ Bargeld bereitgehalten werden. Müllsäcke werden kostenlos ausgegeben; wer seinen gut gefüllten Müllsack an der Sammelstelle abgibt, bekommt als kleinen Bonus einen Party.San-Jahreskalender.
Camping, Versorgung und ein paar Dinge, die man besser vorher weiß
Der Campingplatz liegt direkt neben dem Festivalgelände und besteht laut Veranstalter überwiegend aus befestigter beziehungsweise drainierter, ebener Wiese. Fahrzeuge können direkt neben dem Zelt abgestellt werden, allerdings nur mit gültigem Ticket und entsprechender Parkvignette. Auf dem Gelände gilt eine maximale Geschwindigkeit von 20 km/h.
Verboten sind unter anderem Lagerfeuer, das Graben von Löchern, das Betreten nicht freigegebener Flugplatzflächen, das Beschädigen von Leiteinrichtungen oder Eigentum, das Übersteigen von Zäunen und das Aufstellen privater Stromaggregate. Kurz gesagt: Festival ja, kompletter Abriss des Geländes nein.
Für die Versorgung sind ausreichend kostenlose mobile und wassergeführte Toiletten angekündigt. Außerdem soll es zwei Sanitärstützpunkte mit Spültoiletten und Duschen geben. Wasserentnahmestellen sowie Möglichkeiten zum Händewaschen sind ebenfalls auf dem Campinggelände in der Nähe der Servicepunkte vorgesehen.
Auf dem Infield darf Wasser in ungeöffneten Tetra-Paks oder PET-Flaschen bis maximal einem Liter mitgenommen werden, allerdings eine Flasche pro Person. Auf dem Campingplatz sind Getränke zum Eigenbedarf grundsätzlich erlaubt. Wichtig und eigentlich selbstverständlich: Auf dem gesamten Festivalgelände gilt Glasverbot.
Haustiere, insbesondere Hunde, dürfen nicht mitgebracht werden. Für Besucher mit Behinderung weist der Veranstalter auf ein abgesperrtes Areal vor der Bühne sowie behindertengerechte Toiletten hin. Bei Fragen zu Regelungen kann man sich offiziell an die Veranstalter wenden.
Anreise
Wer mit dem Auto kommt, erreicht das Gelände unter anderem über die A38: aus Richtung Osten über die Abfahrt Sondershausen, aus Richtung Westen über die Abfahrt Leinefelde. Von Süden beziehungsweise Südwesten nennt der Veranstalter die Route über die A71, Erfurt-Gispersleben, B4, L1042, Bad Langensalza und weiter Richtung Schlotheim.
Auch die Anreise per Bahn ist vorgesehen. Mühlhausen hat eine Direktverbindung nach Göttingen und Erfurt. Die Strecke von Mühlhausen nach Schlotheim/Obermehler wird laut Veranstalter im Stundentakt durch den Party.San-Shuttle-Bus und einen öffentlichen Überlandbus bedient. Die genauen Shuttle-Zeiten sollen rechtzeitig auf der offiziellen Seite bekanntgegeben werden.
Fazit: Kein Lifestyle-Festival, sondern Party.San
Das Party.San Metal Open Air 2026 wirkt nach aktuellem offiziellen Stand genau so, wie man es erwartet: direkt, hart, bodenständig und musikalisch ziemlich gnadenlos. Hier geht es nicht um Hochglanzkulisse, VIP-Gehabe oder das perfekte Selfie vor irgendeinem Sponsorenwürfel. Hier geht es um Riffs, Staub, Schweiß, schwarze Shirts, kaltes Bier, zu wenig Schlaf und Bands, die den Flugplatz Obermehler drei Tage lang in eine ziemlich laute Sonderzone verwandeln.
Mit Testament, Amorphis und Hypocrisy an den jeweiligen Mainstage-Spitzen, dazu Namen wie Marduk, Dark Funeral, Moonspell, Alcest, Misery Index, Sacred Reich, Wolves In The Throne Room, Wolfbrigade, 200 Stab Wounds, Internal Bleeding, Wormed, GUT, Desaster und vielen weiteren, ist das Billing breit genug, um verschiedene Extreme-Metal-Lager abzuholen, aber trotzdem klar genug, um nicht beliebig zu wirken.
Wer also im August 2026 Bock auf drei Tage Metal ohne Weichspüler hat, sollte Schlotheim fest im Kalender markieren. Das Party.San macht wieder auf. Und wenn der offizielle Spruch „Hell Is Here“ lautet, sollte man besser davon ausgehen, dass sie es auch so meinen.